Emotional Shopping: Kunden online begeistern

Emotional-Shopping

Wie behauptet sich ein Onlineshop inmitten eines immer härter ausgetragenen Wettbewerbs? Der Preiskampf im E-Commerce ist angesichts der Branchen-Schwergewichte – insbesondere Amazon – immer schnell entschieden. Doch auch online gilt: Es zählt nicht nur der Preis allein. Zwar ist Onlineshopping durchaus nicht dasselbe wie das Einkaufen in begehbaren Geschäften – aber die Unterschiede fallen auch wieder nicht so grundlegend aus, wie manchmal behauptet wird. Denn Kaufentscheidungen haben sehr, sehr viel mit Emotionen zu tun. Und das gilt offline wie online.

Shopping = 70% Bauch + 30% Kopf

Immer wieder wird in der Marketing-Szene daran erinnert, dass 70 Prozent aller Kaufentscheidungen aus dem Bauch heraus getroffen werden. Und an diesen 70 Prozent arbeitet sich die Branche seit jeher mit allen Tricks ab. Rund um die emotionale Komponente des Konsums wird ein beachtlicher Aufwand getrieben.

Das Buhlen um die Gunst der Käufer läuft fast ausschließlich auf emotionaler Ebene ab. Rational ausschlaggebende Elemente wie Preise, Features oder Inhaltsstoffe spielen in der Werbung keine oder nur eine untergeordnete Rolle. Selbst wenn sie explizit erwähnt werden, geschieht dies innerhalb eines auf emotionale Wirkung angelegten Rahmens.

Auf den Verkaufsflächen des stationären Handels ist die ästhetisch-emotionale Beeinflussung der Kunden längst angekommen. Das hat dazu geführt, dass aufwendig designte Werbewelten aus den Schaufenstern bis ins Innere der Ladengeschäfte ausgedehnt, gestalterische Gesamtkonzepte bis ins Detail ausgearbeitet wurden und sehr viel Aufwand getrieben wird, um einmalige Einkaufserlebnisse zu kreieren. – Und online?

Emotional Onlineshopping?

Auch beim Emotional Shopping im Internet geht es darum, die in einem Onlineshop zur Verfügung stehende – aus Pixeln beziehungsweise wenigen Quadratzentimetern bestehende – Fläche zu einem ansprechenden “Rahmen” für das Einkaufen zu machen. Auf diese Weise kann man bestimmte, Ambiente und Stimmung prägende Aspekte hervortreten lassen und gezielt anregende Impulse und Kaufanreize setzen.

Das einmal geweckte Interesse eines Nutzers kann zudem durch interaktive Beratung oder andere Angebote regelrecht gefesselt werden. Doch im Online-Bereich wird nach wie vor in vielen Shops nicht viel emotional Anregendes geboten. Das gute Bauchgefühl, was in einem Ladengeschäft vielleicht schon durch die Musik oder das Ambiente entstanden wäre, müssen die Kunden online zumeist selbst mitbringen und nach dem Checkout von einem Einkaufserlebnis zu sprechen, wäre in den allermeisten Fällen ziemlich übertrieben.

Möglichkeiten und Grenzen

Was aber müssen Online-Händler tun? Die besonderen Qualitäten von Offline-Kauferlebnissen im Shop abbilden! – so lautet die oft gegebene, griffige und zunächst ja auch durchaus einleuchtende Antwort. Aber bei genauerem Hinsehen wird deutlich, dass diese Formel die Dinge dann doch etwas zu einfach aussehen lässt.

Sicherlich gilt es, sich bestimmte Aspekte aus dem stationären Geschäft online in veränderter Form zunutze zu machen. Aber es ist und bleibt ein grundlegender Unterschied zwischen den jeweiligen Möglichkeiten bestehen. Viele Aspekte des Emotional Shopping bleiben schlichtweg dem Offline-Bereich vorbehalten (etwa der unmittelbare persönliche Kontakt, ausgeklügeltes Geruchsdesign oder die Möglichkeit, neue Schuhe gleich anzubehalten) – andere Kniffe dagegen sind nur online möglich.

Gezielt positive Emotionen wecken…

Humor ist eine sehr direkte – in manchen Zusammenhängen allerdings eine allzu direkte Art und Weise, Emotionen zu wecken. Wem es gelingt seine Kunden an der passenden Stelle zum Lachen zu bringen, der sorgt damit unmittelbar für gute Kauflaune. Aber viele Komponenten für gelingendes Emotional Shopping funktionieren eher indirekt.

Damit die oftmals sehr subtile Beeinflussung von Emotionen der Käufer gelingen kann, ist nicht zuletzt eines sehr wichtig: direkte Kaufargumente wie besondere Eigenschaften eines Produkts sollten gerade nicht auf den ersten Blick explizit dargestellt werden, da Kunden damit unweigerlich auf eine rationale Ebene geführt werden.

Es geht vielmehr darum, Produkte geschickt und wirkkräftig zu inszenieren. Bilder spielen hierfür eine ganz wichtige Rolle – und zwar nicht bloße Bilder der Produkte, sondern Bilder, die für eine bestimmte Atmosphäre sorgen, die eine gewünschte Stimmung entstehen lassen oder auf denen ein Produkt in einen über die beschreibbaren Produkteingenschaften hinausweisenden Kontext eingebettet ist.

Eine Armbanduhr ist beispielsweise noch weit mehr als ein modischer Zeitmesser, wenn sie am sonnengebräunten, lässig um weibliche Hüften gelegten Arm eines Mannes inmitten eines Urlaubsparadieses zu sehen ist. Auch Bewegtbilder können – insbesondere in Verbindung mit Musik – eine enorme emotionale Wirkung erzielen.

Ganz wichtig ist aber: visuelle und audiovisuelle Inhalte müssen von hervorragender Qualität sein, wenn sie anspruchsvolle Kunden überzeugen sollen. Zudem wirken nur vereinzelt im Shop auftauchende Gestaltungselemente schnell verloren und entfalten so nicht die intendierte Wirkung, während erst eine zusammenhängende und durchkomponierte Einkaufswelt echtes Emotional Shopping ermöglicht. Wie wirkungsvoll die geschickte Verknüpfung von einzelnen Elementen zu ausgeklügelten Marketing-Komplexen sein kann, lässt sich in unserem Beitrag zum Storytelling nachlesen.

…und negative Emotionen vermeiden

Wer bei seinen Kunden erfolgreich positive Emotionen weckt und zugleich an anderer Stelle für Enttäuschung und Ärger sorgt, hat am Ende nichts gewonnen. Daher heißt Emotional Shopping in der Praxis nicht zuletzt: negative Emotionen vermeiden. Und hier schlägt die große Stunde der Usability.

Ein Shop muss nicht nur schön, übersichtlich und auf allen Endgeräten gut zu bedienen sein – er muss auch schnell sein. Ein langsamer Shop mit hakeliger Bedienung, der auf jedem Bildschirm eine Breite von 1080 Pixeln hat, generiert genervte Kunden und sorgt vor allem für “Emotional Bouncing”.

Der Einsatz von Recommendation Engines, die personalisierte Vorschläge unterbreiten, ist zwar prinzipiell auch unter den Gesichtspunkten des Emotional Shopping durchaus anzuraten. Aber hier ist viel Fingerspitzengefühl gefragt: Wer seine Kunden auf Schritt und Klick mit umfangreichen Paletten immer neuer Vorschläge bombardiert, überfordert und verärgert sie mit ziemlicher Sicherheit. Und auch umfangreiche Filternavigationen und komplex-verästelte Kategoriebäume können das schönste Einkaufserlebnis zunichte machen: leere Ergebnislisten und Suchirrgärten sind so ansprechend wie leere Regale.

Was für Shopbetreiber konkret zu tun ist?

Mittlerweile sind auch die Hersteller von Shopsoftware auf die sich aus der Funktionalität ihrer Produkte ergebenden strukturellen Aporien der Nutzerführung aufmerksam geworden, haben darauf reagiert und arbeiten an neuen Funktionen für emotionaleres Onlineshopping.

Die Nase vorn hat dabei derzeit eindeutig Shopware 5. Die aktuelle Version des in Schöppingen entwickelten Shopsystems wurde der Öffentlichekeit nicht von ungefähr mit großem Marketingaufwand und unter der vollmundigen Losung “Emotional Shopping on any Device” vorgestellt. In Shopware 5 wurden responsive Webdesign (RWD) und ein ausgeklügeltes Emotional Shopping Konzept in Form von Einkaufswelten und Storytelling-Funktionalitäten tief in das System integriert.

Aber plattformübergreifend gilt: Ein Onlineshop, in dem ein umfassendes Emotional Shopping Konzept umgesetzt wurde, bietet nicht einfach Produkte an. Er ermöglicht schöne, interessante – vielleicht gar berauschende Einkaufserlebnisse. Allerdings lassen sich nicht mit jedem Sortiment, nicht in jeder Zielgruppe mit der gleichen Intensität – und schon gar nicht auf dieselbe Art und Weise – Emotionen wecken.

Daher ist es auch nicht möglich, allgemeingültigen Patentrezepte oder Checklisten anzuführen. Aber es lässt sich sagen, dass eine zentrale Voraussetzung für gelingendes Emotional Shopping darin besteht, dass man seine Kunden genau kennt und das Gesamtkonzept sehr gezielt auf sie abstimmt. Das jeweilige Shopsystem ist dabei nur Mittel zum Zweck. Aber da es mit dem Einbinden von ein paar schönen Bildern und ansprechenden Texten nicht getan sein wird, sollte die technische Infrastruktur für die Umsetzung eines Emotional Shopping Konzeptes unbedingt sehr umsichtig ausgewählt und an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden.

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