Online Marketing-Trends 2017: Das kommt auf uns zu!

Online Marketing Trends 2017 - Das kommt auf uns zu!

2016 hatte einige Online Marketing Trends im Gepäck. Die meisten von ihnen sind inzwischen Standard und Basis für eine erfolgreiches Online Marketing in der Praxis. Und 2017 sieht in Hinblick auf die Zukunft des digitalen Werbens sogar noch vielversprechender aus als sein Vorgänger.

Wir haben aus den zahlreichen vorhergesagten Trends für 2017 diejenigen mit der höchsten Relevanz herausgesucht und stellen Sie Ihnen in diesem Artikel näher vor.

Das Zeitalter des Live-Streamings

Im vergangenen Jahr wurden von vielen Social Media-Netzwerken Anstrengungen unternommen, Live-Streaming zu einem wichtigen Faktor zu machen. Wo Twitter mit Periscope Mitte 2015 Erfolge feierte war Facebook nicht weit. Auch dort gibt es mittlerweile die Möglichkeit, jederzeit mit einem Live-Video in Echtzeit für alle Kontakte oder Fans zu streamen. Das Format etablierte sich schnell, inzwischen nutzen auch viele bekannte Persönlichkeiten und Institutionen die Möglichkeit und mit Instagram bringt Facebook den Trend in ein weiteres großes soziales Netzwerk.

Live-Streaming wird populärer und ein wichtiger Faktor für Online Marketing-Maßnahmen.

Für Unternehmen bieten Live-Videos eine große Chance. Insbesondere weil sich ihre Verbreitung 2017 höchstwahrscheinlich weiter ausdehnen wird und von Promis und Organisationen noch mehr auf Privatpersonen überspringen wird. Social Media Nutzer erhalten durch live gestreamten Content neue Einblicke in eine Welt, zu der sie davor keinen Zugang hatten, einen Blick hinter die Kulissen – und genau das möchten sie auch. Der Trend zum Live-Streaming entspricht so dem digitalen Zeitgeist mit Verlangen nach Transparenz.

Live-Videos eignen sich für Unternehmen nicht nur als neue und gänzlich kostenfreie Werbemöglichkeit, sondern auch für die Realisierung von innovativen Formaten, wie beispielsweise Webinaren oder Q&A’s zu bestimmten Themen. Zudem wird den Zuschauern die Möglichkeit gegeben, interaktiv mit den Inhalten und anderen Nutzern zu agieren. In Facebook geschieht das über die Nutzung von Emoticons an bestimmte Stellen im Video. Das ist hilfreich, da Nutzer, die intensiv mit etwas agieren, die rezipierten Inhalte besser behalten und sich später auch an diese erinnern.

Videomarketing – Emotionen auf Knopfdruck

Zudem können Videos umfassendere Botschaften vermitteln als Bilder. Sie kombinieren Bild, Text und Ton mit Inhalten und können so Geschichten erzählen und einfacher Emotionen vermitteln. Die Werbebotschaft des Unternehmens lässt sich so beispielsweise greifbarer erzählen.

Die Möglichkeit, alles jederzeit streamen zu können birgt jedoch auch Gefahren, da live rezipierter Content kaum einer Prüfung unterzogen werden kann. Zu was das führen kann, zeigten tragische Vorfälle in der Vergangenheit. Beispielsweise kam es in Schweden zur Live-Übertragung einer Vergewaltigung. Essenziell für den Aufstieg der Live-Videos ist es daher, dass die Anbieter eine Lösung finden, wie der publizierte Content möglichst effizient geprüft und notfalls gelöscht werden kann.

Kampf der Giganten – Facebook vs. Google

Facebook und Google erfüllen immer weitreichendere Aufgaben, inzwischen auch abseits der eigentlichen Kerntätigkeit. Das geschieht beispielsweise, wenn Facebook die Wetterinformationen für den kommenden Tag anzeigt oder Google im Knowledge Graph zu Suchanfragen detaillierte, weiterführende Informationen, wie beispielsweise das Kinoprogramm eines Kinos oder Live-Spielstände von Sportereignissen liefert.

Grund für diese Maßnahmen der Unternehmen ist der zunehmend intensiver und wichtiger werdende Kampf um Aufmerksamkeit. Immer mehr Unternehmen konkurrieren im Internet um das Aufmerksamkeitsbudget der Nutzer. Dieses ist jedoch stark begrenzt und kann nie für alle reichen – die Bedürfnisse des Nutzers müssen so bestenfalls alle durch das eigene Angebot erfüllt werden.

2017 wird diesem Trend keinen Abbruch tun, im Gegenteil: Der Kampf um die Aufmerksamkeit der Zuschauer wird weiter wachsen, da jedes Jahr neue Wettbewerber auf den Markt einsteigen und ebenfalls zumindest einen kleinen Teil des Zeitbudgets für sich beanspruchen.Facebook und Google konkurrieren um das knapp bemessene Zeitbudget der Nutzer.

Die besten beiden Beispiele für den Konkurrenzkampf sind die in diesem Jahr von Google eingeführten AMP und die Instant Articles auf Facebook. Beide sollen dem Nutzer noch schnellere Ladezeiten bei Artikeln bieten, sorgen eigentlich aber dafür, dass der Nutzer länger auf dem eigenen Angebot verweilt und dieses bestenfalls gar nicht verlässt.

Mobile Marketing – Große Zukunft auf kleinen Geräten

Mobile Internetnutzung hat sich inzwischen auf der ganzen Welt durchgesetzt. Der Zugang zum Web via Smartphone oder Tablet ist längst nicht mehr ein Phänomen der westlichen Welt. Der asiatische Markt hat stark aufgeholt und auch in Schwellenländern verbreitet sich die mobile Nutzung des Internets immer mehr.

Dieser Trend wird sich auch 2017 fortführen, was einige bedeutende Auswirkungen auf das Online-Marketing haben wird. Es ist wichtiger denn je, Marketingmaßnahmen für mobile Geräte zu optimieren, da die Nachfrage an mobil nutzbaren Inhalten enorm steigt.

Siri, Cortana, Alexa – Digitale Assistenten für alle jedermann

Seit Oktober 2011 ist Siri treue Begleiterin aller Apple-Nutzer, Windows folgte 2014 und brachte mit Cortana ebenfalls eine sprachgesteuerte Assistentin auf den Markt. Auch Amazon ist mit dem sprachgesteuertem Alexa-System ebenfalls in diesem Segment vertreten. Was passiert, wenn die Assistenten versuchen sich gegenseitig zu helfen zeigt ein Nutzer in diesem Video.

Sprachsuche ist auf dem Vormarsch. Die Gründe dafür sind einfach; man benötigt kein Tippen mehr, es ist deutlich zeiteffizienter und hat ein futuristisches Flair.

Während bisherige Entwicklungen vor allem auf die Fehlerreduktion konzentriert waren, soll die Evolution der Sprachsuche in 2017 vor allem in Richtung Spracherkennung gehen. Es soll also die Stimme erkannt werden, die das Smartphone bedient. Das bedeutet, dass 2017 besonders Aspekte wie vergangene Suchanfragen und deren semantische Verknüpfung mit aktuellen Anfragen und kontextbasierte Informationen aus beispielsweise häufig genutzten Apps eine größere Rolle spielen.

Gerade bezüglich Suchmaschinenoptimierung muss man sich auf große Änderungen einstellen. Es gilt die Frage zu klären, wie es den Content einer Internetseite zu verändern gilt, damit er auch in den Suchergebnissen einer Voice-Search wiedergegeben werden kann. Dies entspricht auch dem aktuellen Trend, weg von der Optimierung einzelner Keywords hin zur Bedeutung des semantischen Gesamtkontexts.

SEO für die Sprachsuche – Haben Keywords ausgedient?

Eine rein nach Keywords zusammengestellte und optimierte Seite wird schon in naher Zukunft deutlich geringere Erfolge einbringen. Je mehr Menschen die sprachgesteuerte Suche nutzen, umso größer wird dieser Effekt ausfallen. Wichtiger sind der Inhalt und die Bedeutung des semantischen Gesamtkontexts, sowie das Verwenden der Sprache der Zielgruppe.

Zudem wird es 2017 im SEO das Comeback eines alten Bekannten geben – das FAQ kommt zurück. Warum? In ihm lässt sich genau die Fragestellung benutzen, die auch Nutzer in der Sprachsuche verwenden und es können exakt passende, schnelle und zielführende Antworten gegeben werden. Das gefällt Google und was Google gefällt, das gefällt auch SEO-Experten.

Facebook Messenger – Werbefrei war einmal

Wer ein Smartphone nutzt, der nutzt auch Messenger. Bislang kamen die Meisten, unter ihnen auch die bekanntesten wie Facebook Messenger und Whatsapp komplett ohne Werbung aus. 2017 wird sich das, zumindest bei einem von beiden, sicherlich ändern.

Der Kommunikationsdienst Snapchat beispielsweise beweist, dass die Integration von Werbung in eine Messenger-Applikation möglich ist, ohne dass diese die User Experience zu stark beeinträchtigt und die Nutzer sich abwenden. Das amerikanische Unternehmen Snap Inc. setzt dabei auf eine Mischung aus gesponserten und mit einem Brand versehenen Filter und kurzen Snap-Ads zwischen  den Snaps befreundeter Nutzer. Während zweiteres nicht weiter stört, da es sich direkt überspringen lässt, findet ersteres bei den Nutzern sogar großen Anklang. Einige gesponserte Filter kamen so gut an, dass sie zum Trend wurden.

Sponsored Filters – Snapchat zeigt wie es geht!

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Snapchat geht mit gutem Beispiel voran. Es ist gelungen Werbemöglichkeiten zu schaffen und diese in Einklang mit einer hohen User Experience in den Service zu integrieren. Selbiges wird im Laufe dieses Jahres sicherlich auch im Facebook-Messenger geschehen. Menschen direkt in einem Messenger auf einem persönlicheren Weg mit der Marke zu konfrontieren ist besonders bei den aktuellen Nutzerzahlen eine Chance, die man sich nicht entgehen lassen darf.

Mark Zuckerberg, kündigte in einem im Februar 2016 geleakten Dokument gegenüber den Werbepartnern an, dass schon im zweiten Quartal dieses Jahres Werbemöglichkeiten für den Facebook-Messenger geschaffen sein sollen. Auch wenn es so schnell dann nicht ging steht trotzdem fest, dass die Werbung kommen wird. Derzeit ist zwar noch nicht genau geklärt, in welchen Formaten diese realisiert wird, es steht jedoch schon fest, dass nur Personen beworben werden sollen, die zuvor schon Kontakt mit dem werbenden Unternehmen aufgenommen haben. Es droht also keine Werbeflut für Messenger-Nutzer.

Bei Whatsapp sieht das etwas anders aus. Schon letztes Jahr gab es bei Whatsapp Unternehmen, die Newsletter über Broadcasting-Listen anboten. Mark Zuckerberg machte jedoch schnell klar, dass er keine Werbung auf Whatsapp dulde. Wer Newsletter-Listen erstellt hatte, dessen Mobilfunknummer wurde für den Messenger-Dienst gesperrt und als Spam gemeldet.

Digitale Problemlöser – Die Ankunft der Chatbots

Siri, Cortana und Co. machen es vor – und immer mehr Unternehmen machen es nach. Künstliche Intelligenzen spielen auch in der Unternehmenskommunikation eine immer wichtigere Rolle. Vor allem, weil es durch den anhaltenden technischen Fortschritt hin zur selbstlernenden KI immer schwerer wird mechanische und menschlicheSupport-Mitarbeiter zu unterscheiden.

Chatbots können in jeder Situation helfen; Siri, Cortana und Alexa sind gute Beispiele.

Für Unternehmen sind Chatbots eine großes Thema, schließlich ähneln sich 90% aller digitalen Anfragen sehr und könnten von einem Algorithmus schneller, günstiger und zuverlässiger bearbeitet werden. Das bedeutet jedoch nicht zwingend, dass viel Personal in Service und Support abgebaut werden muss, viel mehr kann dieses sich intensiver um die komplexeren Probleme der Kunden kümmern und würde weniger von monotonen Service-Aufgaben aufgehalten.

Durch das Wachstum an Bots wird sich die Kommunikation von Kunden mit Unternehmen noch mehr weg von der Website hin zu den Messaging-Diensten verschieben. Dies deckt sich auch mit dem Approach von Facebook, Snapchat und Co. in den Messengern mehr Werbemöglichkeiten zu schaffen.

Online Marketing Trends 2017 – Die Zusammenfassung

Wir können uns im kommenden Jahr also auf einige Neuerungen einstellen:

  • Live-Streaming wird eine wertvolle und effiziente Marketing-Option.
  • Facebook und Google werden Ihr Angebot in innovativer Weise ausweiten und noch breiteren Service bieten, beispielsweise mit Facebook Jobs durch einen Stellenmarkt.
  • Die Rezeption von Marketing-Kampagnen wird sich immer mehr auf mobile Geräte verschieben.
  • Die Sprachsuche wird immer wichtiger. Das gibt Optimierungspotentiale und neue Einsatzmöglichkeiten für KIs.
  • Der Facebook Messenger wird nicht werbefrei bleiben. Andere Netzwerke werden höchstwahrscheinlich nachziehen.
  • Chatbots sind auf dem Vormarsch. Im kommenden Jahr werden immer mehr Bestellungen, Einkäufe, etc. direkt im Messenger von digitalen Helfern ausgeführt.

2017 wird es im Online-Marketing also sicherlich nicht langweilig werden. Und wer auf unsere Trends achtet, der kann auch dieses Jahr ganz vorne dabei sein.

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